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So wird der Pflegegrad ab 2017 ermittelt

Das neue Begutachtungsassessment (NBA) und Einstufung in die Pflegegrade
Pflegegrad

Eltern kümmern sich um ihre Kinder. Wenn die Kinder groß sind, kümmern sie sich dann in der Regel um ihre Eltern. So könnte vereinfacht der Generationenvertrag zwischen Jung und Alt beschrieben werden. Eltern erhalten bei der Finanzierung ihrer Kinder staatliche Hilfe in Form von Kindergeld, steuerlichen Erleichterungen, Zuschüssen zu den Pflichtversicherungen und ein kostenloses beziehungsweise subventioniertes Bildungssystem.

Wenn die Kinder dann groß sind und die Eltern auf deren Hilfe angewiesen, gab es bisher nicht viele Möglichkeiten, staatliche Versicherungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Denn bei der Einstufung der Pflegestufen wurde bisher die Messlatte sehr hoch angesetzt. Das soll nun mit der nächsten Stufe des Zweiten Pflegestärkungsgesetzes, das 2017 in Kraft tritt, ausgeglichen werden.

Wer nimmt die Einstufung vor?

Ob eine Person Anrecht auf Pflegegeld hat, wird von Gutachtern und Gutachterinnen ermittelt. Diese können vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK), dem sozialmedizinischen Dienst bei knappschaftlichen Versicherungen oder von privaten Begutachtern erstellt werden. In der Regel erfolgen dazu ein oder mehrere Hausbesuche, bei denen die betroffene Person bei täglichen Arbeiten begutachtet wird. Zudem erfolgen Gespräche mit Ärzten, Angehörigen oder Personen, die den gesundheitlichen Zustand gutachterlich einschätzen oder zum Alltag der pflegebedürftigen Person gehören. Diese Hausbesuche werden im Vorfeld abgestimmt und angemeldet. Die Begutachtung erfolgt nach dem neuen Begutachtungsassessment (NBA).

Was wird überprüft?

Bei der Begutachtung werden insgesamt 8 relevante Aspekte sogenannte Module des persönlichen Lebensbereiches bewertet (in Klammern Gewichtung bei der Gesamtbeurteilung der Pflegebedürftigkeit):

1. Mobilität Zur Mobilität gehören alle Bereiche, in denen der Betroffenen sich selbstständig bewegen muss. Dazu zählen unter anderem das morgendliche Aufstehen, der Gang ins Badezimmer, Treppensteigen, der tägliche Einkauf oder die selbstständige Fortbewegung im Wohnbereich oder Wohnumfeld. (10 Prozent)
2. Kommunikative und kognitive Fähigkeiten Einer der entscheidendsten Punkte ist hier die Fähigkeit, ob die betroffene Person in der Lage ist, Risikosituationen zu erkennen, einzuschätzen und vorzubeugen. Dazu zählt auch die Fähigkeit, der räumlichen und zeitlichen Orientierung, das Verstehen und das Reden mit anderen Personen und die eigene soziale Einbindung in das tägliche Leben. (15 Prozent, wenn der Punktewert höher als bei Punkt 3 ist.)
3. Psychische Probleme und Verhaltensweisen Ältere Menschen fühlen sich oft allein und werden von Zukunftsängsten geplagt. Das kann zu Angststörungen oder Aggressivität führen. Ebenso unruhige Nächte und Schlafstörungen gehören zu diesem Punkt. Als Ergebnis kann die betroffene Person gravierende Änderungen in ihrem Sozialverhalten aufweisen, die sogar bis zu einer Verweigerung pflegerischer Maßnahmen führen können. Diese Änderungen vor allem für Familienangehörige oft ein traumatisches Erlebnis. (15 Prozent, wenn der Punktewert höher als bei Punkt 2 ist.)
4. Selbstversorgung Hier wird begutachtet, inwieweit die betroffene Person ihr Leben selbst „in die Hand nehmen kann“. Dazu gehören zum Beispiel, ob die betroffene Person sich selbstständig aus und anziehen kann, bei der täglichen Körperhygiene Hilfe benötigt, Essen und Trinken selbstständig zubereitet und eingenommen werden können, sowie ein eigenständiger Gang zur Toilette möglich ist. 40 Prozent)
5. Selbstständiger Umgang und Bewältigung von therapie- oder krankheitsbedingten Belastungen und Anforderungen Was sich zuerst sehr schwierig anhört, ist eigentlich sehr einfach zu erklären. Zu diesem Punkt gehört alles, was die betroffene Person in Eigenverantwortung für die Erhaltung der Gesundheit machen kann. Ist der oder die Betroffene in der Lage, Medikamente korrekt einzunehmen? Können Blutzuckermessungen eigenständig durchgeführt werden? Können die Betroffenen, auch mit Hilfsmitteln wie einem Rollator oder einer Prothese, eigenständig einen Arzt aufsuchen? (20 Prozent)
6. Soziale Kontakte und Gestaltung des Alltagslebens Hier wird noch einmal gesondert die Fähigkeit bewertet, selbstständig den Tagesablauf zu gestalten. Begutachtet wird zum Beispiel, ob der Betroffene noch eigenständig seine oder ihre Kontakte pflegt, sei es nun durch Telefongespräche, Besuche beim Kaffeekränzchen, der Skatrunde oder einem Spaziergang im Park. (15 Prozent)
7. Außerhäusliche Aktivitäten Dieser Aspekt untersucht die Mobilität der betroffenen Person. Ist es zum Beispiel möglich, dass öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden oder die zu begutachtende Person noch an Veranstaltungen teilnehmen und sich zu diesen in Eigenregie begibt, sind nur einige wenige Aspekte, die hier beleuchtet werden
8. Haushaltsführung Im Letzten der acht Module wird bewertet, in welchen Maße die oder der Betroffene in der Lage ist, Einkäufe oder Behördengänge ohne Hilfe zu erledigen. Auch die Verwaltung der eigenen Finanzen spielt hier eine bedeutende Rolle.

Die Punkte sieben und acht spielen bei der Einstufung in den Pflegegrad eine untergeordnete Rolle und fließen nicht direkt in die Bewertung ein. Sie werden aber konkret dazu genutzt, dem oder der betroffenen Person konkrete Hilfe oder Sozialleistungen anzubieten oder einen individuell erstellten Versorgungsplan zu erstellen. Pflegekräfte erhalten dadurch zusätzliche Informationen, wie sie den Tagesablauf noch besser auf die Bedürfnisse ihrer Patienten abstimmen können. Denn durch diese neue Beurteilungsform wird dem Grundsatz der Verzögerung oder Verhinderung von zusätzlichen pflegerischen Maßnahmen durch Rehabilitations- und Präventionsmaßnahmen ganz besonders stark Rechnung getragen. Mit unserem praktischen Pflegegradrechner können Sie Ihren voraussichtlichen Pflegegrad ermitteln.

Erfassung der Selbstständigkeit in 6 Modulen mit Gewichtung zur Einstufung in die Pflegegrade

Pflegegrad Modul Gewichtung Grafik

Die Vorteile der Umstellung

Was bedeutet das nun konkret? Mit der geplanten Umstellung im Jahr 2017 müssen Sie nicht mit einer neuerlichen Begutachtung rechnen, wenn Ihre Angehörigen bereits eine Pflegestufe erhalten. Denn bereits eingestufte Patienten werden automatisch in die neuen Pflegegrade eingeordnet. Viele Familienangehörige oder Betroffenen haben es bisher vermieden, eine höhere Pflegestufe beim Aufenthalt in einer stationären Pflegeeinrichtung zu beantragen. Denn mit einer höheren Stufe stiegen zwar die gezahlten Leistungen, auf der anderen Seite wurde aber auch der Eigenanteil erhöht. Durch das Zweite Pflegestärkungsgesetz wird nun ein einheitlicher Eigenanteil für die Pflegegrade 2 bis 5 erhoben, der auch mit einer Anhebung des Pflegegrades nicht weiter steigt. Ermittelt wird dieser Eigenanteil von der jeweiligen Einrichtung, dem Sozialhilfeträger und der Pflegekasse. Die automatische Neueinstufung soll so erfolgen:

So wird die bestehende Pflegestufe in den Pflegegrad eingeordnet:


Plus 1 für Menschen mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen
  • Pflegestufe 1 wird zu Pflegegrad 2.
  • Pflegestufe 3 wird zu Pflegegrad 4.
Plus 2 für geistige Einschränkungen
  • Pflegestufe 0 wird zu Pflegegrad 2.
  • Pflegestufe 2 (mit eingeschränkter Alterskompetenz) wird zu Pflegegrad 4.

Die neuen gesetzlichen Grundlagen finden Sie nach Inkrafttreten im Sozialgesetzbuch XI in den §§ 14, 15, 15 Anlage 1 und 2, 17 a und 18 Absatz 5a. Jedoch sollten Sie hier auch auf die Kompetenz von Anbietern wie Seniorplace bauen, die Ihnen bei der Suche nach dem geeigneten Pflegeheim und Finanzierungsmöglichkeiten helfend und kostenlos zur Seite stehen.

Das zahlt die Pflegekasse ab 2017

Pflegegrad Pflegegrad 1 Pflegegrad 2 Pflegegrad 3 Pflegegrad 4 Pflegegrad 5
Geldleistung ambulant 125 € 316 € 545 € 728 € 901 €
Sachleistung ambulant - 689 € 1.289 € 1.612 € 1.925 €
Leistungsbetrag stationär 125 € 770 € 1.262 € 1.775 € 2.005 €
Pflegegrad Pflegeleistungen in Euro
Geldleistung ambulant Sachleistung ambulant Leistungsbetrag stationär
Pflegegrad 1 125 - 125
Pflegegrad 2 316 689 770
Pflegegrad 3 545 1.289 1.262
Pflegegrad 4 728 1.612 1.775
Pflegegrad 5 901 1.925 2.005

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