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Experteninterview zu Demenz

"Es erkranken heute prozentual weniger Menschen"

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Susanna Saxl
Deutsche Alzheimer Gesellschaft

Susanna Saxl von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gibt grundlegende Informationen zu Ursachen, Symptomen und Behandlung von Alzheimer

Seniorplace: Frau Saxl, wo liegen für Sie die Ursachen einer Alzheimer-Erkrankung? Die Forschung hat zwei verschiedene Formen der Krankheit ausfindig gemacht, eine genetische und eine altersbedingte.

Saxl: Das stimmt. Wobei es sogar mehrere erbliche Formen gibt, bei denen es zu Mutationen auf unterschiedlichen Genen kommt. Hier bricht die Krankheit in aller Regel vor dem 65. Lebensjahr aus. Und dann gibt es die sporadische Form, bei der das Risiko, daran zu erkranken, im Alter stark zunimmt. Die letztendlichen Ursachen dafür sind aber immer noch nicht bekannt. Man kann Veränderungen im Gehirn zum Teil schon nachweisen, bevor Symptome wahrnehmbar sind. Aber warum die schädlichen Eiweiß-Ablagerungen eigentlich auftreten, das weiß bis heute keiner.


Was ist der Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer?

Demenz ist ein Oberbegriff. Das ist eigentlich ein Syndrom, also eine Ansammlung verschiedener Symptome, dazu gehören Gedächtnisstörungen, Orientierungsstörungen, Sprachstörungen, Persönlichkeitsveränderungen, Störungen des Denkens und der visuellen Wahrnehmung. Dabei muss nicht immer alles zusammenkommen. Demenz ist so definiert, dass die Alltagsfähigkeit durch die abgenommene Hirnleistung eingeschränkt sein muss. Es gibt ein Vorstadium, wo schon leichte Beeinträchtigungen da sind, die sich aber noch nicht auf den Alltag auswirken. Dann ist es noch keine Demenz, kann sich aber dazu entwickeln. Die Alzheimer-Krankheit ist eine Ursache, die häufigste, für solche Demenzzustände.


Wenn Alzheimer nur eine Ausprägung von Demenz ist, welches sind dann die anderen Erscheinungsformen?

Das können durchblutungsbedingte, vaskuläre Demenzen sein, die zum Beispiel mit kleinen Schlaganfällen oder anderen Verengungen der Arterien im Gehirn einhergehen. Diese führen zu einer Unterversorgung des Gehirns und damit zum Absterben von Gehirnzellen. Dann gibt es eine Demenzform, die mit der Parkinson-Krankheit verwandt ist. Dabei lagern sich bestimmte Eiweißballen im Gehirn ab. Es gibt auch die fronto-temporale Demenz, wo sich vor allem im Stirn- und Schläfenlappen Ablagerungen bilden. Bei der Alzheimer-Demenz lagern sich Amyloid-Plaques und Bündel aus Tau-Proteinen im Gehirn ab. Interessanterweise gibt es dort aber keinen Zusammenhang zwischen der Menge der Ablagerungen und der Symptomatik.


Demenzformen in der Übersicht

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Die Zahl der Demenzkranken hat sich in hundert Jahren auf aktuell 1,5 Millionen verdreifacht, jedes Jahr kommen 300.000 hinzu. Zwei Drittel davon leiden an Alzheimer. Wie erklären Sie die Zunahme?

Die Zahlen nehmen aufgrund der demographischen Entwicklung zu, das heißt dadurch, dass es mehr alte Menschen gibt. Ab 90 Jahren sind etwa 40 Prozent der Menschen von einer Demenz betroffen und je mehr über 90 sind, umso größer wird diese Zahl.


Können kognitive Reserven den Krankheitsverlauf verlangsamen beziehungsweise einen Ausbruch sogar ganz verhindern?

Klare Erkenntnisse gibt es dazu nicht. Es gibt Studien, wonach der Bildungsgrad einen Einfluss hat. Was wir wissen, ist, dass geistige und soziale Aktivität – man muss das immer zusammen sehen – eine wichtige Rolle spielen. Es geht nicht ums Kreuzworträtsel-Lösen, sondern darum, seinen Kopf am Denken zu halten und das möglichst im Austausch mit Anderen.


Beeinflusst auch eine gesunde Lebensführung den Krankheitsverlauf?

Auf jeden Fall. Wir haben zwar heute mehr Alzheimer-Kranke als vor hundert Jahren. Studien aus Großbritannien haben aber gezeigt, dass Menschen derselben Alterskohorte heute seltener an Demenz erkranken als früher. Das wird mit dem heute insgesamt höheren Bildungsgrad, einer gesünderen Ernährung und einem insgesamt besseren Lebensstil erklärt. Das heißt jedoch nicht, dass man geschützt ist vor einer Erkrankung. Prävention hat eine eher aufschiebende Wirkung.


Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, wenn ein Verwandter an Alzheimer erkrankt ist, dass auch ich die Krankheit bekomme?

Bei der sporadischen Form, also nicht der erblichen, ist das Risiko in gerader Verwandtschaftslinie etwa viermal so groß wie in der Durchschnittsbevölkerung. Das heißt, man hat eine 20-prozentige Wahrscheinlichkeit, irgendwann im Leben selbst an Alzheimer zu erkranken.


Und bei der erblichen?

Wenn in der Familie eine erbliche Form der Alzheimer-Krankheit vorliegt, wird das veränderte Gen mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit an die Kinder des Betroffenen weitergegeben. Wer Träger des veränderten Gens ist, erkrankt mit großer Sicherheit an Alzheimer.


Auf dem Weltalzheimer-Kongress in Washington wurden kürzlich Medikamente vorgestellt, die den Krankheitsverlauf verlangsamen sollen. Nach der anfänglichen Euphorie meldeten sich auch kritische Stimmen zu Wort. Was halten Sie von den Wirkstoffen?

Es scheint ein Schritt in die richtige Richtung zu sein. Aber wie schnell sich da etwas entwickeln lässt, ist schwer zu sagen. Zumal es auch widersprüchliche Ergebnisse gab. Und die Medikamente wirken nur, wenn sie ganz am Anfang der Krankheit gegeben werden, beim Auftreten der ersten Symptome, vielleicht sogar noch vorher. Bei den hilfreichen, höheren Dosierungen ist auch die Frage, ob die Nebenwirkungen nicht zu groß sind. Wir sind auf jeden Fall noch nicht so weit, dass in zwei Jahren, wie manchmal zu lesen war, ein Medikament auf dem Markt sein wird.

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