Komorbidität

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Dieser Begriff geht auf Alvan Feinstein zurück. Laut seinem 1970 erschienen Buch "The pre-therapeutic classifikation of comorbidity in chronic disease" versteht er unter Komorbidität "jede assoziierte Krankheit, die aus einer anderen Erkrankung hervorgeht". Ein komorbider Patient leidet demnach gleichzeitig an zwei oder mehreren Krankheiten, wobei sich jede einzelne anhand ihrer typischen Symptome von den restlichen Beschwerden abgrenzen lässt. Jedes neue chronische Leiden mindert die Lebensqualität des Betroffenen. Ursache dafür können Funktionsstörungen, körperliche oder geistige Behinderungen sein. Insbesondere komorbide ältere Menschen sind nicht mehr in der Lage, ihren Alltag selbstständig zu meistern. Sie benötigen die Hilfe ihrer Angehörigen oder Unterstützung ambulanter Pflegedienste. Das Konzept der Komorbidität wurde in den 1990er Jahren von van den Akker überarbeitet. Er war es auch, der den Begriff Multimorbidität einführte. Wissenschaftlich werden beide Bezeichnungen separat betrachtet. Dabei umfasst Komorbidität eine oder wenige weitere chronische Erkrankungen. Leidet ein Betroffener an einer Vielzahl chronischer Beschwerden, dann sprechen Mediziner von Multimorbidität. Eine einheitliche, klare Begriffsabgrenzung existiert nicht, weshalb Komorbidität und Multimorbidität meist synonym verwendet werden.

Komorbidität und Demenz

Anhand wissenschaftlicher Studien wurde nachgewiesen, dass Demenzpatienten tendenziell öfter unter Mehrfacherkrankungen leiden. Jürgen Margraf (2003) fand heraus, dass demente Menschen durchschnittlich 2,4 chronische Krankheitsbilder zeigen und 5,1 Medikamente einnehmen. In den meisten Fällen wird eine Depression diagnostiziert. Laut Starkstein et. Al (2005) tritt bei 26 Prozent die so genannte Major Depression und bei weiteren 26 Prozent eine Minor Depression auf. Die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher körperlicher Beschwerden ist bei dementen Menschen aufgrund ihres Krankheitsbildes höher. Ein Beispiel für eine solche Diagnose wäre das gleichzeitige Auftreten von Demenz und Gicht.

Therapie bei Komorbidität

Bei der Behandlung von Komorbidität werden sämtliche Krankheitsbilder betrachtet. Mittlerweile ist es erwiesen, dass sich einige Erkrankungen gegenseitig begünstigen. In diesem Zusammenhang wird von festen Komorbiditäten gesprochen. Das ganzheitliche Behandlungskonzept zielt auf den größtmöglichen Behandlungserfolg. Dabei kommen sowohl psychische als auch physische Therapieformen zum Einsatz. Durch diese interdisziplinäre Arbeit lassen sich auftretende Symptome besonders effektiv bekämpfen.

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