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Funktionspflege erklärt auf Seniorplace.de

Der Funktionspflege liegt im Gegensatz zur Bezugspflege eine strukturierte, auf einzelne Tätigkeiten bezogene Arbeitsweise zugrunde. Entscheidend ist, dass die Pflege funktioniert. Täglich werden jeder Pflegekraft bestimmte pflegerische Aufgaben zugewiesen, die diese dann an jedem Pflegebedürftigen nacheinander durchführt. Ist beispielsweise eine Pflegeperson mit dem Messen des Blutdrucks betraut, dann misst sie ihn bei allen Pflegebedürftigen ihrer Pflegestation. Bei der Funktionspflege stehen die einzelnen Pflegemaßnahmen klar im Vordergrund. Angelehnt an die industrielle Arbeitsweise, ist es wichtig, dass alle Tätigkeiten effizient und effektiv durchgeführt werden. Deshalb zeichnet sich dieses Pflegesystem durch seine stark ausgeprägte Arbeitsteilung aus, die zu einer Leistungssteigerung beim Pflegepersonal führen soll. Die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen rücken dabei in den Hintergrund.



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Vorteile der Funktionspflege

Ein klarer Vorteil der Funktionspflege ist, dass der Alltag der Pflegebedürftigen und des Pflegepersonals routiniert verläuft. Die Abläufe sind immer gleich. Die festen Pflegestrukturen und klaren Zuständigkeiten wirken sich positiv auf die Pflege aus. Da sich bei diesem Pflegesystem die Tätigkeiten auf mehrere Pflegekräfte verteilen, können geringer qualifizierte Mitarbeiter besser eingesetzt werden. Diese übernehmen Aufgaben mit einem niedrigeren Schwierigkeitsgrad. Im Umkehrschluss benötigen die Pflegeeinrichtungen weniger examiniertes Personal, da diese sich auf die Ausführung der Pflegemaßnahmen konzentrieren, deren Schwierigkeitsgrad eine entsprechende Ausbildung erfordert. Durch den geregelten Pflegeablauf und die klar definierten Zuständigkeiten brauchen neue Pflegekräfte, Hilfspersonal oder Auszubildende weniger Zeit, sich entsprechendes Wissen anzueignen. Somit sind sie schneller in der Lage andere Pflegekräfte zu unterstützen. In manchen Fällen bedeutet die Funktionspflege eine Entlastung für das Pflegepersonal. Besonders wenn es um die Pflege von schwerstkranken Menschen handelt, die sich auf die Psyche der Betreuer auswirken kann.


 

Nachteile der Funktionspflege

Die genaue Planung der Pflegeabläufe, des Personalaufwandes sowie deren Koordination fordert ein hohes Maß an Einsatz von der Stations- bzw. Schichtleitung. Aufgrund der pflegerischen Aufgabenverteilung kann es dazu kommen, dass Pflegemaßnahmen mehrfach dokumentiert werden. Diese Form der Arbeitsteilung kann dazu führen, dass wichtige Informationen nicht weitergegeben werden oder sogar ganz verloren gehen. Auch die Planung und der Verlauf der Pflege können undurchsichtig sein. Eine mögliche Folge der Funktionspflege ist, dass sich examiniertes Pflegepersonal schnell unterfordert fühlt, da es sein Wissen nicht im vollen Umfang anwenden kann. Für den Pflegebedürftigen bringt das Konzept der Funktionspflege nicht nur Vorteile. Oft fällt es den Betroffenen schwer ein Vertrauensverhältnis zu seinen Pflegern aufzubauen, da das Pflegepersonal ständig wechselt. In einigen Fällen hat der Pflegebedürftige Probleme, sich an den durchgeplanten Tagesablauf der Pflege zu gewöhnen.


Weitere Begriffe mit F
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