Freie Wohlfahrtspflege erklärt auf Seniorplace.de
Die freie Wohlfahrtspflege ist ein wichtiger Eckpfeiler des Sozialstaates. In Deutschland existieren sechs große Spitzenverbände, in denen insgesamt etwa eine Million hauptamtliche und mehr als anderthalb Millionen ehrenamtliche Mitarbeiter tätig sind. Sie unterstützen Menschen, die in soziale Notlagen geraten oder aufgrund eines gesundheitlichen Leidens die Unterstützung durch Dritte benötigen. Die Verbände agieren auf gemeinnütziger Grundlage, was sie von öffentlichen Trägern oder gewerblichen, gewinnorientierten Anbietern unterscheidet. Aufgrund ihres Organisationsaufbaus bieten sie Hilfesuchenden vielerorts eine umfassende medizinische, pflegerische oder psychosoziale Betreuung. Es ist ein Hauptanliegen der freien Wohlfahrtspflege präventiv tätig zu sein, um so möglichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder sozialen Schieflagen vorzubeugen.Aufbau und Aufgaben
Alle Träger der freien Wohlfahrtpflege unterscheiden sich aufgrund ihrer Weltanschauung oder ihres religiösen Hintergrunds. Auch die Zielvorstellungen variieren. Dennoch arbeiten sie bereits seit mehr als siebzig Jahren eng zusammen. So schlossen sich die sechs großen Spitzenverbände auf Bundesebene in der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege zusammen. Sowohl AWO, Caritas, der Paritätische Wohlfahrtsverband sowie das DRK als auch das diakonische Werk und die Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland arbeiten auf gemeinnütziger Basis. Sämtliche Verbände verfügen über unterschiedlichste Arbeitgremien und Arbeitsgemeinschaften auf Landes- und Ortsebene. Derzeit sind weit über fünfzig Prozent aller sozialen Einrichtungen in der Hand der freien Wohlfahrtspflege. Dabei reicht die Unterstützung von Diensten für körperlich, geistig und seelisch Behinderte, über die Pflege von kranken Menschen bis hin zu Hilfsangeboten für ältere Mitbürger. Die Verbände engagieren sich in der Kinder- und Jugendarbeit. Die Betreuung und Beratung von Familien und alleinerziehenden Elternteilen ist eine weitere Säule der freien Wohlfahrtspflege. Die Schulung ehrenamtlicher Mitglieder sowie die umfassende Aus-, Fort- und Weiterbildung hauptamtlicher Mitarbeiter ist die Grundlage der Verbandstätigkeit.Finanzierung der Freien Wohlfahrtspflege
Die gemeinnützigen Organisationen finanzieren sich zu etwa neunzig Prozent durch so genannte Leistungsentgelte. Das sind unter anderem Mittel vom Staat oder Leistungen aus der Sozialversicherung. Die erhalten Träger, wenn beispielsweise Pflegebedürftige durch verbandseigene ambulante Pflegedienste oder in einer ihrer Pflegeeinrichtungen betreut sowie einem verbandbetriebenen Krankenhaus behandelt werden. Die anfallenden Kosten rechnen sie direkt mit der zuständigen Pflegekasse ab. Die zweite Säule der Verbandsfinanzierung sind Gelder, die Wohlfahrtsverbände von öffentlich-rechtlichen Institutionen erhalten. Dadurch wird unter anderem der Bau neuer Einrichtungen finanziert. Sie dienen ebenso dazu, den laufenden Betrieb sicherzustellen. Die Höhe der Zuwendungen ist nur zum Teil gesetzlich festgelegt. Die letzte Finanzierungsquelle sind die Eigenleistungen, die der Verband beispielsweise dank freiwilliger Helfer aufbringt. Dazu kommen Geld- und Sachspenden von Mitbürgern, Mitgliedsbeiträge, Schenkungen, Vermächtnisse, Zuwendungen von Stiftungen oder Erlöse aus Lotterien.Weitere Begriffe mit F











