Familienpflegezeit

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Nach Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) beziehen derzeit 2,38 Millionen Menschen Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung. Etwa 1,6 Millionen Pflegebedürftige werden im häuslichen Umfeld durch nahe Verwandte oder professionelle Pflegekräfte betreut. Bei 76 Prozent der Angehörigen besteht der Wunsch, die Pflege und Versorgung selbstständig sicherzustellen. Das bringt sie nicht selten an die eigene körperliche und geistige Belastungsgrenze. Für pflegende Angehörige, die einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen, lassen sich Pflege und Berufstätigkeit nur sehr schwierig vereinbaren. Angst vor möglicher Arbeitslosigkeit und Armut im Alter erhöhen den seelischen Druck. Aus diesem Grund wurde am 23. März 2010 eine neue Regelung zur Familienpflegezeit beschlossen. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2012 in Kraft. Dann kann der betroffene Arbeitnehmer seine wöchentliche Arbeitszeit verkürzen, ohne gravierende finanzielle Einbußen hinnehmen zu müssen.

Modell Familienpflegezeit

Die Familienpflegezeit erleichtert pflegenden Angehörigen, ihre Berufstätigkeit mit der Betreuung pflegebedürftiger Verwandter in Einklang zu bringen. Für einen festgelegten Zeitraum von maximal zwei Jahren können Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit auf bis zu 15 Stunden in der Woche reduzieren. Ein Beispiel: Ein Vollzeitbeschäftigter möchte die Pflege seines Angehörigen übernehmen. Er verkürzt zu diesem Zweck seine Arbeitszeit um 50 Prozent. Der Arbeitgeber zahlt dem Betroffenen weiterhin 75 Prozent seines Lohnes. Dieses Gehalt orientiert sich an der Höhe seines letzten Bruttoeinkommens. Nach Ende der Familienpflegezeit ist der pflegende Angehörige wieder Vollzeit im Unternehmen beschäftigt. Es bekommt jedoch so lange 75 Prozent seines Lohnes, bis sein Zeitkonto wieder ausgeglichen ist. Durch diese neue Bestimmung verliert der Betroffene keine Rentenansprüche. Sie bleiben während der Pflege des Angehörigen auf dem Niveau der Vollzeitbeschäftigung. Die Familienpflegezeit lohnt sich auch für Personen, mit gutem Einkommen. Arbeitnehmer sollten sich sehr bewusst überlegen, ob sie das Modell der Familienpflegezeit in Anspruch nehmen. Die Pflege eines Angehörigen erfordert sehr viel Kraft, auch wenn der Pflegende einer Teilzeitbeschäftigung nachgeht. In vielen Fällen ist ein Ende der Pflegebedürftigkeit nicht absehbar, so dass der Arbeitgeber nach der zweijährigen Familienpflegezeit erneut vor dem Problem Vereinbarkeit von Pflege und Beruf steht.

Umsetzung in der Praxis

Der Gesetzgeber hat mit der Regelung der Familienpflegezeit den rechtlichen Rahmen geschaffen. Der eigentliche Vertrag kommt zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zustande. Um die Arbeitgeber nicht zu belasten, vergibt der Bund mit Unterstützung der staatlichen KfW-Bank zinsfreie Darlehen. Damit kann der Arbeitgeber während Inanspruchnahme der Familienpflegezeit durch seinen Angestellten dessen Einkommen aufstocken. Nimmt der Arbeitnehmer seine Vollzeitbeschäftigung wieder auf, zahlt er den Kredit zurück. Da er dem Pflegenden weiterhin den minimierten Lohn auszahlt, kommt es für den Arbeitgeber zu keiner zusätzlichen Belastung. Der betroffene Arbeitnehmer ist dazu verpflichtet, eine Versicherung abzuschließen. Damit verringert sich das Risiko für den Arbeitgeber, falls der Pflegende wegen der hohen Belastung in der Pflegephase erwerbsunfähig wird. Der endgültige Versicherungsbetrag steht noch nicht fest. Er wird wahrscheinlich zwischen 10 und 15 Euro liegen.

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